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Klimaanpassungskonzept: energielenker unterstützt das Klinikum Lippe bei Modernisierung und Neubau

Klimaanpassungskonzept: energielenker unterstützt das Klinikum Lippe bei Modernisierung und Neubau

Mit einem Anteil von 5,2 Prozent des bundesweiten CO2-Ausstoßes liegt der deutsche Gesundheitssektor nur knapp hinter der Stahlindustrie, die auf fast sechs Prozent kommt. Hiesige Krankenhäuser stehen durch die Klimaschutzziele der Bundesregierung damit vor enormen Herausforderungen, insbesondere auch finanzieller Art. Denn die energetische Gebäudesanierung, die Umstellung der Strom- und Wärmeversorgung auf erneuerbare Quellen sowie die Einführung nachhaltiger Lösungen für das Raumklima sind mit hohen Investitionen verbunden. Investitionen, die sich am Ende bezahlt machen sollten. Das Klinikum Lippe hat daran keinen Zweifel: Es nutzt sowohl die laufenden Modernisierungen bestehender Gebäude als auch den Neubau als Chance, um Maßnahmen der Klimaanpassung einzubinden und das Klinikum durch die nachhaltige Transformation in eine gesicherte Zukunft zu führen.

Logo des Klinikums Lippe in Detmold.

Kunde: Klinikum Lippe

Das kommunale Krankenhaus, das mit rund 1.200 Betten und 2.800 Mitarbeitenden zu den größten in Deutschland zählt, ist Teil des Universitätsklinikums Ostwestfalen-Lippe der Universität Bielefeld. An den Standorten Detmold, Lemgo und Bad Salzuflen werden jährlich 50.000 Patient*innen stationär behandelt. Um das Gebäude in Detmold gleichermaßen für die aktuellen Herausforderungen der Krankenhausreform und des Klimawandels zu wappnen, entschied sich das Klinikum für ein Klimaanpassungskonzept mit der energielenker Gruppe als Partner.

Moderne Gesundheitsinfrastruktur durch Klimaanpassungsstrategie

Die Gebäudestrukturen von Krankenhäusern sind im Allgemeinen komplex. Für die Leitung des Klinikums Lippe war demnach klar, dass der Aufbau einer zukunftsfähigen Gesundheitsinfrastruktur nur durch eine durchdachte Klimaanpassungsstrategie erfolgen kann. Dazu musste auch die Energieversorgung des Gebäudes in den Blick genommen werden – wie sie aktuell aussah und wie sie künftig optimiert aussehen sollte. Dabei waren gleich mehrere Eckpunkte sicherzustellen: So sollten die Maßnahmen zur Klimaanpassung auf Grundlage einer professionellen Gebäudeanalyse ergriffen und in die laufende Sanierung integriert werden, um die Aufwände möglichst gering zu halten und Störfaktoren für den Krankenhausbetrieb zu minimieren. Gleichzeitig sollten alle regulatorischen Anforderungen eingehalten und Aspekte eines Energiekonzeptes berücksichtigt werden. Eine Aufgabenstellung, für die sich die energielenker Gruppe mit ihrer Erfahrung in der Umsetzung vergleichbarer Krankenhausprojekte als sicherer Partner erwies.

Risikoanalyse zeigt Potenziale auf

„Der erste Schritt, mit dem wir das Projekt in Detmold gestartet haben, war eine ganzheitliche Gebäudeanalyse“, sagt Olaf Behrendt, Key Account Manager der energielenker Gruppe. Nach einer technischen Erstbewertung des Gebäudes wurde die Entwicklung eines Klimaanpassungskonzeptes gestartet. „In enger Abstimmung mit der Krankenhausleitung sowie der Haus- und Immobilienverwaltung haben wir anschließend eine umfassende Risikoanalyse durchgeführt. Mit ihr konnten wir feststellen, wie wahrscheinlich aus dem Klimawandel resultierende Hitzephasen oder Starkregenereignisse sind und welche Auswirkungen auf den Klinikbetrieb zu befürchten sind.“

Das Ergebnis zeigte deutlich auf, dass am Detmolder Standort die Technische Gebäudeausrüstung bislang nicht ausreichte, um den Auswirkungen des Klimawandels standzuhalten. Damit die Raumtemperaturen innerhalb der Gebäude auch bei hohen Temperaturen angenehm bleiben, sollten Sonnenschutzsysteme eingesetzt werden. Ergänzend wurde im Klimaanpassungskonzept die Optimierung der Nachtlüftung festgelegt, die dank des erhöhten Luftaustauschs das Raumklima verbessert.

Für den Außenbereich empfahl energielenker Maßnahmen zum Schutz vor Starkregen: „Der Ablauf von Regenwasser sollte flexibler gestaltet werden, sodass er sich an die jeweiligen Witterungsverhältnisse anpassen lässt und Überschwemmungen vermieden werden“, erklärt Behrendt.

Umsetzung im laufenden Betrieb

Für das Klinikum Lippe stand von Beginn an fest, die Notwendigkeit der Modernisierungsmaßnahmen gegen deren realistische Umsetzung ohne Beeinträchtigung der Patientenversorgung abzuwägen. Die energielenker Gruppe hat dazu in Form eines Werkzeugkastens verschiedene Maßnahmenvorschläge erarbeitet, aus denen das Klinikum letztlich wählen konnte. Bei allen vorgeschlagenen Maßnahmen wurden auch die regulatorischen Vorgaben der EU-Taxonomie-Verordnung mitgedacht. Sie legt fest, welche Wirtschaftsaktivitäten als ökologisch nachhaltig gelten. Hierzu gehört auch die Anpassung an den Klimawandel, die jedoch keine anderen ökologischen Ziele beeinträchtigen darf. Zudem müssen technische Bewertungskriterien erfüllt und ein sozialer Mindestschutz eingehalten werden. Für Letzteres sorgte energielenker beispielsweise mit der Beteiligung der Mitarbeitenden bei der Prozessgestaltung.

Synergien zwischen Klimaanpassung und Energie

Mit Blick auf die EU-Taxonomie-Verordnung wurde im Zuge der Konzepterarbeitung darauf geachtet, Synergien zwischen Klimaanpassung und Klimaschutz herzustellen. Ein Beispiel dafür ist die Kombination von Photovoltaikanlagen und Gründach: Durch die kühlende Wirkung der Dachbegrünung profitieren die darüber installierten Solarmodule und die Effizienz wird gesteigert. Weitere Maßnahmen im Gebäudebereich zielen auf die Verbesserung der Fassadendämmung, um im Winter die Wärme drinnen und im Sommer draußen zu halten.

„Ein wichtiger Aspekt bei der Gebäudebewertung war für das Klinikum Lippe die Prüfung der Konformität zur DIN 4108-2“, berichtet Olaf Behrendt. Sie beinhaltet die Mindestanforderungen an den Wärmeschutz zur Energieeinsparung. Hierbei geht es darum, die Wärmeübertragung zu verhindern und in Kältephasen ohne große Energieaufwendung die Temperatur in den Räumlichkeiten zu halten. Schnell wurde klar, dass Handlungsbedarf besteht. Die Bewertung ergab ein deutliches Optimierungspotenzial, das durch die empfohlenen Dämmmaßnahmen erschlossen werden kann.

Potenziale erkennen und für die Zukunft nutzen

Durch die Expertise der energielenker Gruppe in der Umsetzung komplexer Projekte im Gesundheitswesen hat das Klinikum Lippe im gesamten Projektverlauf profitieren können. Die strategische Herangehensweise und Maßnahmenkonzeptionierung schlossen Fallstricke nahezu aus und sorgten für einen reibungslosen Projektfortschritt. Die Tatsache, dass für ausgewählte Maßnahmen zur Modernisierung und Anpassung bestehender sowie neuer Gebäudestrukturen Fördermittel beantragt werden konnten, machte das Projekt zusätzlich finanziell beherrschbar. Das Resultat ist eine zukunftsfähige, wirtschaftlich tragbare Lösung, mit der das Klinikum Lippe kommenden Herausforderungen meistern kann.

Leistungen auf einen Blick:

  • Ganzheitliche Gebäudeanalyse und technische Erstbewertung als Basis des Klimaanpassungskonzepts.
  • Risikoanalyse zu Hitzeextremen und Starkregen inkl. Ableitung betriebsrelevanter Auswirkungen.
  • Maßnahmenplanung für Klimarobustheit: Sonnenschutzsysteme, Optimierung der Nachtlüftung, flexibler Regenwasserabfluss / Retentionslösungen.
  • Integration in laufende Sanierungen und Sicherstellung eines störungsarmen Krankenhausbetriebs.
  • Synergiekonzept Klima und Energie: PV-Gründach-Kombination, verbesserte Fassadendämmung.
  • Prüfung auf EU-Taxonomie-Konformität (DNSH, technische Bewertungskriterien, sozialer Mindestschutz) und Mitarbeitendenbeteiligung.
  • Bewertung der Konformität zur DIN 4108-2 und Ableitung von Dämmmaßnahmen.
  • Maßnahmen-„Werkzeugkasten“ zur modularen Umsetzung inkl. Priorisierung.
  • Identifikation und Einbindung von Fördermöglichkeiten zur finanziellen Realisierbarkeit.